Ironman Hawaii – Was lehren uns Profis wie Haug oder Frodeno?

Ironman Hawaii - Kona

Ein anderer Blick auf den Ironman Hawaii 2019

Seit Jahren bin ich nun schon regelmäßig bei der Ironman WM auf Hawaii.
Neben meiner Rolle als Trainer, sehe ich es als meine professionelle Pflicht beim „Wettkampf der Wettkämpfe“, dem Ironman Hawaii, vor Ort zu sein, um mit meinem Coaching am neuesten Stand zu bleiben, meine Perspektive auf Triathlon immer wieder zu verändern und natürlich auch um GDT in seiner Arbeit für Euch als Ganzes zu verbessern.
Die Siege von Anne Haug und Jan Frodeno bestätigen den Trend, der schon seit Jahren vorausgesagt wurde, aber am Ende doch ein wenig mehr Zeit bis zum Durchbruch benötigte: Ironman wird schneller und dynamischer. Der Grund liegt daran, dass immer mehr wahre Triathlet/innen auf die Langstrecke kommen, die den Sport von „klein auf“ kennen und durch die harte Kaderschule ihrer Verbände und der Olympischen Bewegung gingen.

Anne Haug und Jan Frodeno

Sowohl Haug als auch Frodeno waren zwei Mal bei Olympia und beide waren schon dort als hervorragende Läufer bekannt. Beide haben aber auch die besondere Fähigkeit, aus ihren Fehlern zu lernen. Während andere unbeirrbar immer wieder gegen die gleiche Wand laufen (siehe Bozzone oder Sanders, aber auch teilweise Kienle oder Weiss gerade was ihre Schwimmschwäche betrifft), analysieren Frodo (Verletzungsanfälligkeit) und Haug (Hitzeprobleme) ihre bisherigen Stolpersteine, um darauf noch stärker zurück zu kommen. Alistair Brownlee gehört auch zu dieser neuen Generation an Olympiaathleten, scheiterte aber noch in diesem Jahr. Das war nicht überraschend, gilt er doch als zu aggressiv und zu wenig geduldig. Dass aber auch sein Sieg, über kurz oder lang nicht zu verhindern sein wird, darüber sind sich alle Experten einig.

Anne Haug Ironman Hawaii

Jan Frodeno – was ist sein Geheimnis?

Ich möchte mich in diesem Blog auf Jan Frodeno konzentrieren, wohl den einzigartigsten Langstreckenathleten der letzten Jahre. Vieles an ihm ist vorbildhaft und sehr wichtig für unsere Sportart. Seine unglaubliche Ausgeglichenheit in allen drei Disziplinen, sein Stil als Gentleman, seine zumeist sehr intelligenten Interviews, die mehr erzählen als nur Floskeln, seine Leidenschaft, sich immer mit den Besten der Welt messen zu wollen…

jan Frodeno beim IM Hawaii mit einem Fan

Ich bin aber von seiner in unserem Sport einzigartigen Professionalität fasziniert. In vielen Sportarten ist es relativ einfach „Profi“ zu sein. Überall dort, wo es Manager und Mannschaften gibt, die einem alles abnehmen oder der Sport eine lange Tradition hat. Golf oder Tennis als Einzelsportarten bzw. Fußball und amerikanische Profiligen als Mannschaftssportarten, sind Beispiele dafür, wie jeder Schritt vorgeplant werden kann und man als Sportler/in praktisch nur mit dem Strom mit schwimmen muss, um seine Aufgaben professionell erledigen und danach in Ruhe trainieren zu können. Frodeno erfindet Professionalität in einem Sport neu, wo es diese so noch nicht gab.

Er vermarktet seine Produkte von Bekleidung zu Kaffee mit Stil und Klasse (die Probleme rund um das Bahrain Team will ich nicht vergessen, würden aber hier den Rahmen sprengen), ist immer für Fans und Medien da und hat vor allem um sich ein Team aufgebaut, das nichts dem Zufall überlässt. Von keinem Verband unterstützt, finanziert Frodeno dies alles aus eigener Tasche. Er investiert einen beachtlichen Teil seiner Einnahmen in die Verbesserung seiner Performance und in die Beratung durch Expert/innen. Schon lange könnte er es wesentlich leichter haben und sich hie und da ein wenig mehr auf seinen Lorbeeren ausruhen, aber das Gegenteil scheint zu geschehen. Je besser er wird, umso professioneller wird seine Arbeit. Wahrscheinlich auch deshalb, weil er – wie er in einem Interview sagte – erst jetzt weiß, warum er das ganze eigentlich macht: Es hätte sich seine Liebe zum Triathlon vertieft.

Lehren von den Siegern des Ironman Hawaii

Und genau in diesem Punkt sollte der Ironmanweltmeister 2019 auch allen Agegroupern und Hobbyathlet/innen, egal welchen Leistungsniveaus, Vorbild sein.

Liebt das was Ihr tut. Legt Zwänge und Druck von außen ab und genießt euer Hobby und eure ganz persönliche Entwicklung. Die GDT Philosophie hat als ihr wesentliches Merkmal, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Nicht die Sportart oder der Erfolg, sondern der Mensch ist das Wichtigste für uns. Egal wofür Ihr brennt und egal, welche Ziele Ihr in Angriff genommen habt. #gdtistmehrals reine Trainingsberatung. Wir beschäftigen uns mit EUCH.

Allistair Brownlee beim Ironman Hawaii auf dem Rad

Wie so oft ist Big Island im Oktober beim Ironman Hawaii voll von hervorragenden Athlet/innen, denen körperlich nur wenige auf diesem Planeten das Wasser reichen können. Und dennoch vermisst man oft das Funkeln in den Augen, die Begeisterung, die Liebe zu dem, was sie tun. Triathlon ist so viel mehr als die durchgängige Aufeinanderfolge dreier Sportarten. Es ist eine Philosophie und Lebenseinstellung und es ist die Möglichkeit sich Tag für Tag zu entwicklen. Ergreift die Chance. Nutzt die Zeit für euch. Verwendet die großartige Energie, die in euch steckt und Ihr werdet sehen, dass noch viel mehr möglich ist, als ihr denkt.

Euer,
Gerald Dygryn
Headcoach und CEO
GDT Sportconsulting

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