Johannas erste Sprintdistanz in Waldeck - www.gdt.at/blog

Johannas erster Triathlon

Johanna Lechner Radstrecke

Hallo Sportfans,
ich bin Johanna, 25 Jahre alt und mache seit ca. 5 Jahren aktiv Triathlon. Heute möchte ich euch davon berichten, wie ich zu der schönsten Ausdauersportart der Welt gekommen bin, denn dieser Weg war alles andere als geradlinig!
Wie so viele andere auch, kam ich durch eine wortwörtliche Schnapsidee zum Triathlon. Ein bisschen angetrunkener Mut und der Zuspruch von meinen Tanzschulkollegen und dann war der Satz schnell gesagt: „Triathlon, kann ich – ich melde mich an!“ Noch bevor ich ein Mal auf einem Rennrad saß oder die erste Laufeinheit absolvierte, meldete ich mich zur Sprintdistanz beim Waldeck – Triathlon in der Nähe meiner Heimatstadt an.

Das Training

Da meine Eltern beide früher auch Triathlon gemacht haben, aktiv im Verein waren und auch selbst Veranstaltungen mit ausgerichtet haben, war der Draht dazu schon immer irgendwie da, nur selbst hatte ich mich noch nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt. Als Kind war ich viele Jahre aktiv im Schwimmverein, weshalb die erste Disziplin für mich zunächst (!) kein Problem darstellte. Meine Eltern sind beide bis heute noch sehr aktiv, was Laufen und Radfahren angeht und daher war auch die Frage des Equipments schnell gelöst. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Fahrt auf einem Rennrad. Das war Mamas Alu-Haibike (Papas Rad durfte ich nicht nehmen, auch nicht im Rennen bzw. bis heute nicht… das ist nämlich aus Carbon 12). Ich fuhr gemeinsam mit meinen Eltern eine Runde von ca. 20 km, ich bekam zwischenzeitlich einen kleinen Hungerast und war danach einfach nur fix und fertig…

Johanna beim Laufen

Zwischenfazit: Vielleicht ist das doch alles gar nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe! Aber die Anmeldung war schon raus, also Augen zu und durch. Viel habe ich dann eigentlich nicht mehr trainiert. Dreimal saß ich noch auf dem Rad und ein paar Mal war ich wohl auch noch Laufen. Weil meine Mama mich dazu drängte, machte ich sogar eine Koppeleinheit (Danke an der Stelle dafür, denn ich bekam ordentlich Kreislaufprobleme und bin froh, dass ich das meinem Körper zumindest einmal vorher angetan habe!). Und dann war er auch schon da, mein erster Triathlon!

Das erste Rennen

Am Rennmorgen war ich natürlich total aufgeregt! Ausgestattet mit Mamas kurzem Neo (ohne Arme und nur bis zum Knie), einem alten Zweiteiler von ihr und ihrem Rennrad ging es zum Edersee. Als der Startschuss fiel hatte ich wirklich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Ich dachte, das Schwimmen wäre kein Problem. Aber ich war nun mal bis dato ein reiner Beckenschwimmer.

Zunächst war ich total irritiert von dieser dunklen Brühe und wurde auch ein bisschen hektisch. Keinen Boden zu sehen, mit Wellengang und Strömung zurecht zu kommen und dann auch noch in regelmäßigen Abständen nach vorne gucken, um nicht die Orientierung zu verlieren – gar nicht so einfach! Ich kletterte dann relativ weit vorne im Feld aus dem Wasser und schwang mich (natürlich auch mit Socken!) aufs Rad.
Obwohl mich Mama schon davor gewarnt hatte, durchgereicht zu werden (war sie doch selbst eine sehr gute Schwimmerin und wurde ab T1 eher nur noch überholt), war es irgendwie ein komisches Gefühl. Gefühlt im Sekundentakt flogen zunächst Männer und dann auch immer mehr Frauen an mir vorbei. Die größten Gegner waren für mich jedoch die Anstiege. Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, bis ich zur zweiten Wechselzone kam. Irgendwie hatten es die anderen da wohl leichter, dachte ich mir! Rückblickend lag das wohl unter anderem auch an ein paar 1.000 Radkilometern Unterschied! Das klingt zwar irgendwie negativ, aber so schlimm fand ich das in dem Moment gar nicht. Ich war zufrieden so wie es lief und wollte nur ins Ziel kommen – so wie das beim ersten Triathlon eben auch sein sollte! Ans Laufen habe ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gedacht und mich auch nicht mental darauf vorbereitet.

Dementsprechend unkoordiniert lief dann der zweite Wechsel ab! Aber auch das war ja egal! An den Lauf erinnere ich mich nicht wirklich, außer dass er mir wie ein Marathon vorkam. Ich musste mich wirklich quälen und das war definitiv der anstrengendste Teil des Tages!! Ich war heilfroh, glücklich und unendlich stolz, als ich das Ziel endlich erreichte!

Glücklich im Ziel

Ich glaube, ich habe deutlich mehr als 1:30h für die Sprintdistanz gebraucht. Aber: Who cares?? Meine Eltern und ein paar Freunde aus der Tanzschule waren an dem Tag bei mir, haben mitgefiebert und mich angefeuert. Es war eine tolle Erfahrung, aber ob ich überhaupt nochmal einen Triathlon machen werde, das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht! Wer hätte gedacht, dass ich ein paar Jahre später meine erste Mitteldistanz machen und später sogar am Start der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft stehen würde?
Wenn euch meine Geschichte interessiert und ihr wissen wollt, was meinen Trainings- und Wettkampfalltag ausmacht, dann folgt mir auf Instagram oder auf meinem Blog. Ich freue mich auf euch!

Johanna

Johanna Lechner

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