Top Training 2010/4: Die Zwischenwettkampfphase

Das Wettkampfjahr ist mittlerweile schon weitvorangeschritten und während sich die Vorbereitungszeit nach halbwegs einfachenRegeln planen lässt, ist es in der Wettkampfperiode wesentlich schwieriger die Balance aus Regeneration, Grundlagentraining und intensivem Training zu finden.

 

Auch in dieser Phase ist die Unterscheidung zwischen Langdistanz- und Kurzdistanzathleten bedeutend. Die Ironmänner und –frauen unter euch haben sich gerade von den Strapazen Klagenfurts, Frankfurts, Zürichs oder Roths erholt und viele von euch werden in ein kleines psychisches Loch gefallen sein. Gerade für diejenigen unter euch, die die Qualifikation für Big Island geschafft, oder noch einen weiteren großen Wettkampf geplant haben, ist es jetzt wieder Zeit mit dem planmäßigenTraining zu beginnen. Fünf Wochen dauert die Regenerationsphase des Körpers für einen Ironman aber auf jeden Fall. Man spürt dies zwar nicht, weil sich die Muskulatur relativ schnell erholt, aber bis alle Stoffwechselvorgänge wieder im Lot sind, muss doch einige Zeit vergangen sein. In dieser Zeit muss das Trainingreduziert werden und dadurch geht Ausdauerleistungsfähigkeit verloren. Diese ist auch die erste, die ihr euch wieder erarbeiten müsst, weshalb ein Umfangsblock mit steigender Wochenstundenzahl für den Anfang zu empfehlen wäre. Etwa acht Wochen vor dem zweiten Saisonhöhepunkt, sollten dann wieder intensivere und wettkampfspezifische Einheiten ins Training integriert werden. Plant ihr nach dem Ironman nur mehr Kurzdistanzwettkämpfe, so ist ein etwa vierwöchiger Grundlagenblock zu empfehlen, bevor es mit den Intensitäten losgeht. Für die Gestaltung zwischen den Wettkämpfen gelten dann allerdings andere Regeln.

Die Planung zwischen den Wettkämpfen

Bei den Kurzdistanzathleten sind acht bis zehn Wettkämpfe pro Jahr die Regel. Wie können diese verkraftet werden und in welchen Abständensollten sie absolviert werden? Diese Frage hängt natürlich im Wesentlichen von der Leistungsfähigkeit des Athleten ab. Dennoch muss selbst bei Spitzenathleten klar sein, dass wirkliche Topform nur bei zwei bis drei Rennen erreicht werden kann, während man sich bei den anderen mit 80% davon begnügen muss. In der Wettkampfperiode der Kurzdistanzathleten unterscheiden wir vier Wochentypen, von denen wir euch jeweils ein Beispiel vorstellen wollen. Viel Spaß beimA usprobieren.

Typ 1 – Trainingswoche (kein Wettkampf davor und am Ende derWoche)

Beispiel: Montag bis Mittwoch Steigerung des Umfangs mitHauptaugenmerk auf Grundlagenausdauer in allen Disziplinen. Donnerstag ruhiger Tag, Freitag mittlere Intensität, Samstag intensives Koppeltraining und Sonntag ruhige Radausfahrt.

Typ 2 – Trainingswoche nach einem Wettkampf

Beispiel: Montag und Dienstag ganz ruhig (Rad und Schwimmensind als Regeneration behilflicher als Laufen), Mittwoch und Donnerstag wieder mittlere Umfänge aber in ruhiger Intensität, Freitag Regenerationstag, das Wochenende als Ausdauerblock

Typ 3 – Wettkampfwoche (Wettkampf am Sonntag)

Beispiel: Montag ganz ruhig, Dienstag steigende Intensität, Mittwoch Intervalle R+L, Donnerstag bis Samstag ruhig und wenig, aber Samstag ein Vorbereitungstraining - sieheTaperingkapitel im letzten Heft - und am Sonntag der Wettkampf.

Typ 4 – Wettkampfwoche nach einem Wettkampf (nur für erfahrene leistungsorientierte Sportler)

Beispiel: Montag bis Freitag wie Typ 2, Samstag Wettkampfvorbereitung, Sonntag Wettkampf

Philipp Podsiedlik hat als zweiten Saisonhöhepunkt die Tri Motion im Auge. Ein Sturz amRad Mitte Juli brachte aber die Planung durcheinander. Das Training derverlorenen Grundlagenausdauerfähigekit steht im Mittelpunkt

 

 

S

R

L

K

Montag

1h30 GA I

 

 

Kraftausdauer

Dienstag

1h30 mit GA II

3h in allen Intensitäten

 

 

Mittwoch

 

 

1h nach Lust und Laune

Mobilisation und dehnen

Donnerstag

 

 

1h30 hügelig GA I

 

Freitag

1h30 GAI und S

 

 

Kraftausdauer

Samstag

 

2h GAI

2h GAI als Koppeltraining

Mobilisation und dehnen

Sonntag

 

4h Fettstoffwechsel

1h GAI als Koppeltraining

 

             

 

Norbert König hat nach seinem Comeback in Klagenfurt noch einen weiteren Ironman im Visier. Da für ihn der IMA nur ein Schritt war,  um weiter zu kommen und aufgrund von Zahnproblemen Intensitäten im Vorfeld dazu nicht traininert werden konnten, wird dies nun nachgeholt. Die Beispielwoche war die letzte „Erholungswoche“

 

 

S

R

L

K

Montag

1h30 GA I

 

45 min GA 1

Kraftausdauer

Dienstag

 

4h hügelig, aber locker

 

 

Mittwoch

1h 30 mit GA1/2

 

1h30 GA 1 mit S Übungen

Mobilisation und dehnen

Donnerstag

 

 

 

 

Freitag

1h30 GA I und S

 

 

Kraftausdauer

Samstag

 

1h GA I + 1h Ironmantempo

10 km in 40 min + auslaufen

Mobilisation und dehnen

Sonntag

 

3h GA I

1h GAI als Koppeltraing

Mobilisation und dehnen

             

 

S…Schnelligkeit Te….Technik GA1…allgemeineGrundlagenausdauer (unter 2 mmol; 65(R)-80% Hf max) GA ½ ~3 mmol; 70(R)-85% Hfmax), KA..Kraftausdauer, Int…Intervalle