Top Training Teil 3: Das Wechseltraining

Das Wechseln wird auch als vierte Disziplin des Triathlonsbezeichnet. Viel zu oft wird dieser aber kaum Bedeutung beigemessen. In der WCSSerie kann ein schlechter Wechsel nicht nur zwischen Sieg und Niederlage,sondern zwischen ersten und 50. Platz entscheiden. Doch auch wenn nur diewenigsten von uns die Herausforderung der Weltklasse suchen, will doch keinerfreiwillig Zeit verschenken.

Im Unterschied zum Koppeltraining (siehe Top Training1/2011) geht es beim Wechseltraining nicht darum muskuläre Anpassungen zuerreichen, sondern Bewegungsabläufe in der Wechselzone zu automatisieren. Mitder warmen Jahreszeit und der Möglichkeit im Freiwasser zu schwimmen solltenvor allem vor den ersten Wettkämpfen einige Wechseltrainingseinheitenabsolviert werden. Als überaus günstig hat sich herausgestellt schon im Vorfeldein ritualisierte Prozedere des Wechsels herauszuarbeiten. Dieses kann man alsmentale Trainingsform zu Hause vor dem inneren Auge ablaufen lassen. Dennochmuss es vorher auch in der Praxis erprobt und falls notwendig auch verbessertwerden.

 

Schreiben sie nun die Knotenpunkte eines typischen Wechselsauf ein Blatt Papier. Dies könnte folgendermaßen aussehen:

 

Vom Schwimmen zum Radfahren:

-) Brille und Badehaube runter

-) Neoprenanzug öffnen und bis zur Hüfte runter ziehen

-) Neoprenanzug beim Rad ausziehen und in den Korb werfen

-) Helm aufsetzen

-) Startnummer überstreifen

-) Rad aufnehmen und aus der Wechselzone laufen

-) nach dem Balken aufs Rad springen, Geschwindigkeitaufnehmen

-) Schuhe anziehen

 

Vom Radfahren zum Laufen:

-) Klettverschluss der Schuhe öffnen

-) linker Fuß heraus, rechter Fuß heraus

-) mit hoher Geschwindigkeit vor dem Balken absteigen

-) Rad zum Platz schieben

-) Helm aufmachen und abnehmen

-) Laufschuhe anziehen

-) aus der Wechselzone herauslaufen und die Startnummer nachvorne drehen

 

Nachdem sie sich eine  derartige Liste erstellt haben, gehen sie zum Üben der Bewegungsabläufe  über wobei es einfacher ist zuerstjedes Element einzeln zu erlernen. Insbesondere gilt dies für den Aufstieg aufdas Rad. Üben sie diesen zuerst im Stand. Danach in der Vorwärtsbewegung in demsie mit einem Bein auf die Schuhe steigen und danach das andere Bein über denSattel schwingen. Die Kunst auf das Rad zu springen besteht schlussendlichdarin, dass man mit beiden Händen fest den Lenker hält, in der Bewegung miteinem Bein abspringt und dabei das Gewicht auf die Hände verlagert. Die Landungam Sattel erfolgt dann auf der Innenseite des Oberschenkels bevor sie weich inden Sitz gleiten.

 

Wenn sie alle Teilelemente beherrschen fügen sie diese zueinem Ganzen zusammen und üben diese Gesamtbewegung auch unter Zunahme vonZeitdruck und anderen Unwegsamkeiten (der Partner könnte zum Beispiel dieLaufschuhe verstecken und daraufhin filmen, wie „ruhig“ sie diese gesuchthaben, während sie sich einen neuen Wechselrekord vorgenommen hatten ;-)).

 

Am Wettkampftag schaffen sie sich einen genauen Überblicküber die räumlichen Gegebenheiten. Prägen sie sich den Standplatz ihres Radesgenau ein und achten sie auf die Ein- und Ausgänge der Wechselzone. Gehen sie nunihre angepasste Prozedur vor dem Start aber auch am Ende der jeweiligenDisziplin nochmals mental durch und schon ist der neue Wechselkaiser istgeboren.

 

In diesem Sinne: stopp thinking, start trying.