Tri Motion - ein Bewerb der bewegt

Philipp Podsiedlik Trimotion Saalfelden 2009Nach nur vier Austragungen hat sich die Mitteldistanz in Saalfelden mittlerweile zu dem Saisonabschluss schlechthin für Österreichs Triathleten entwickelt. Aber nicht nur diese kommen gerne ins Salzburger Land. Teilnehmer aus  insgesamt 15 Nationen wollten sich in diesem Jahr den Reiz der traumhaften Strecke nicht entgehen lassen. Und ein Schweizer wollte gewinnen.

Ein Bericht von Gerald Dygryn (Finisher, September 2009)

TriMotion - das Wort steht für Triathlon, Bewegung, Emotionen. Viel besser konnte dieser Wettkampf und dieses Event von Norbert Langbrandtner und seinem Team nicht benannt werden. Neben einem tollen sportlichen Wettkampf, kann man mit gut fünf Stunden Gänsehaut rechnen, die spätestens beim Trommelwirbel am Start beginnt und frühestens  beim einzigartigen Zieleinlauf im Hauptplatzzelt endet.

Gänsehaut, die am Morgen des  5. Septembers noch einen anderen Grund gehabt haben könnte. Der Tag an dem die 4. WIGO Haus Tri-MOTION stattfand, begann mit einem kalten, beinahe eisigen Morgen. Dennoch machte dieser wunderschönen Tagesbeginn Hoffnung. Hoffnung darauf, dass das Ende des Sommers, der Schanigärten,  der türkisfarbenen Urlaubserinnerungen und der schokogebräunten Urlaubsflirts, nicht das Ende der Welt, sondern den Anfang eines unvergleichlichen Naturfarbenspiels bedeutet. Der Herbst ist wohl die Jahreszeit, die Österreich besonders gut kann. Trimotion Saalfelden 2009 Jedenfalls strahlte die Sonne auf die saftig leuchtenden Wiesen und die weiß angezuckerten Berge ganz so, als wäre sie nur aus diesem Grund am strahlend blauen Himmel, während der friedlich vor sich hin schlummernde Moorsee, ganz so tat,  als wüsste er nicht, dass kurz nach Mittag, mehr als 1000 Arme auf ihn einprügeln würden. Vielleicht aber war es ihm an diesem Tag auch ganz egal.

Auf keinen Fall war es aber dem Vizestaatsmeister auf der Olympischen Distanz, dem Vorarlberger Dominik Berger (SV Casino Kleinwalsertal) egal, wer von den Österreichern, die ausländischen Favoriten wie Dejan Patrecevic (CRO), Alun Woodward (GBR) oder den in Österreich lebenden Schweizer Manuel Wyss würde herausfordern können. Und weil er gar nicht lange darüber nachdenken wollte und vielleicht auch, weil ihm einfach kalt war, gelang ihm etwas, was weder er noch sonst jemand jemals erwartet hätte: er stieg nach den zwei Kilometern als Erster aus dem Wasser. Der Adrenalinschub und der Jubel der tausend Zuseher taten ihr Übriges und Berger entschloss sich, das Rennen so lange als möglich von vorne zu diktieren. Zwei  von den drei Radrunden, war nur der ehemalige Radprofi Matthias Buxhofer schneller  als der Vorarlberger über den welligen Kurs gebrettert, ehe das Mitglied des ÖTRV Kurzdistanzkaders der ungewohnten Länge der Strecke etwas Tribut zollen musste. Dennoch gelang es ihm als Führender vom Rad zu steigen, doch die Verfolger ließen nun nicht mehr lange auf sich warten. Neben den schon genannten, spielten dabei auch zwei junge Österreicher- beide Jahrgang 1988 -  eine überraschend starke Rolle. Der Salzburger Daniel Herlbauer  (Tri Team Hallein) konnte vor allem wegen  seiner sensationell guten neuntbesten Radzeit zeigen, dass er Talent für das Lange hat. Er wurde am Ende auch sehr guter Gesamtneunter und machte sich selbst ein schönes Geschenk, am Ende einer nicht ganz einfachen Saison. Noch besser, und zwar Sechster, wurde der für das Tri Team 2103 startende Wiener Philipp Podsiedlik. Ihm dürfte im dritten Jahr seiner sportlichen Karriere der Schritt in eine neue Liga gelungen sein. Nach dem Sieg über alle Agegrouper beim Ironman 70.3 in St.Pölten in diesem Jahr, konnte er  in Saalfelden nun sogar zweitbester Österreicher werden. Wenn er behutsam weiter aufgebaut wird, dann könnte hier eine Hoffnung für Österreichs Ironmansiege der Zukunft wachsen. Noch dazu, wo das Rennen von ihm komplett aus dem Training  für die Ironman 70.3 WM in Clearwater heraus gemacht wurde. Der Start dort ist allerdings laut Podsiedlik  noch nicht gesichert, da das Geld für den Flug fehlt. Aber auch das sollte ihn nicht aus der Bahn werfen. Er hat Zeit und wird weiter in Ruhe arbeiten und reifen.

Tri Motion 2009 Manuel WyssKeine Ruhe hatte Berger indessen auf der Laufstrecke. Sechs Widersacher musste er über spät oder lang an sich vorbeiziehen lassen. Aber auch ein siebenter Platz ist nach einer langen Saison mit Welt- und Europacupstarts aller Ehren wert. Der Sieg wurde allerdings auf der schwierigen Abschlussdisziplin unter den schnellsten Läufern ausgemacht. Niemand konnte dabei dem Angriff des Manuel Wyss standhalten. Der Schweizer hatte sich nach der sechsten Schwimmzeit, auf dem Rad klug zurückgehalten. Nun konnte er das Feld von hinten aufrollen. Über zwei Minuten lief Wyss schneller als alle anderen Konkurrenten, beinahe vier Minuten holte er auf den lange als Sieger gehandelten Woodward auf, um ihn am Ende um über 40 Sekunden zu distanzieren.  Dritter und bester Österreicher wurde Matthias Buxhofer, der wiedermal bewies, dass er mehr als nur radfahren kann.

Bei den Damen fehlten die großen Profis am Start. So durfte sich das hervorragende Publikum über ein rein österreichisches Stockerl mit einer immer stärker werdenden Michaela Rudolf (ASKÖ Sparkasse Hainfeld Triathlon) an der Spitze freuen. Zweite wurde Elke Hinterberger (Karawankenmurmalan) vor Monika Wilfling (Union TriDevils Graz).

Nach 6:36:24 Stunden und dem Zieleinlauf des 52 jährigen Johann Wochl ging ein bewegter Triathlon Tag zu Ende. Von nun an werden nicht nur für uns Triathleten  die Sonnenstunden immer kürzer werden. Auch die Natur zieht sich zurück und der Moorsee bekommt  Zeit sich zu erholen, bevor er spätestens am 5. September 2010 wieder seine sportlichen Gäste zum Mehrkampf auffordert.