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Eine Analyse der ÖM Olympische Distanz und Sprintdistanz von Gerald Dygryn
Regen, Kälte und Schnee bis in mittlere Lagen. All das wurde prognostiziert für den 13. September 2008. Dem Tag an dem auf der Wiener Donauinsel die Österreichischen Meister der Jugend und Junioren über die Sprintdistanz und die Staatsmeister der U 23 Klasse und der Elite über die Olympische Distanz ermittelt wurden. Doch wie so oft, hatten die Veranstalter rund um Gerhard Seidl und vor allem die Teilnehmer Glück. Die Sonne über Wien ließ es sich nicht nehmen, die Meteorologen lügen zu strafen!
Düster schaut es aber auch für die zukünftigen Erfolge im
österreichischen Triathlon aus. So hört man immer und so wurde auch
schon des Öfteren an dieser Stelle geschrieben. Doch ist wirklich alles
düster, oder gibt es auch hier Lichtblicke und Sonnenstunden?
Zwei Bereiche sollen in diesem Zusammenhang durch nackte Zahlen der ÖM
– die als Spiegel der Nachwuchsarbeit gesehen werden muss –
durchleuchtet werden:
1) Die Breite unseres Nachwuchssports (gemessen an der Anzahl der Starter)
ÖM Jugend Mädchen: 7
ÖM Jugend Herren: 21
ÖM Junioren Damen: 6
ÖM Junioren Herren: 7
Wenn man weiß, dass es heute immer schwieriger wird im olympischen
Triathlon als Quereinsteiger Fuß zu fassen, muss man sich fragen, ob
diese Zahlen nicht zu klein sind, um spitzensportorientiert Richtung
Olympia 2016 und 2020 zu arbeiten? Die Antwort ist definitiv ja. Woran
liegt es aber, dass trotz steigender Zahlen der Teilnehmer bei beinahe
jedem Triathlon in Österreich, die Kinder hingegen anscheinend nicht zu
begeistern sind? Zum Vergleich: bei den österreichischen
Nachwuchsmeisterschaften im Schwimmen starteten 2008 409 Kinder.
Konzepte sind dringend gefordert!
2) Die Leistungsdichte des Nachwuchs
Auch wenn die Jugendlichen Burschen mit Knabl, Kopeinig und Bildstein
eine Woche vor der ÖM, bei der Europameisterschaft in Pulpi (Finnland)
vierte wurden, so muss man dennoch sehen, dass die österreichischen
Nachwuchssportler aus schwimmerischer und aus läuferischer Sicht im
Moment um zwei Klassen hinter den besten der Welt hinterherhinken. Im
Juniorenbereich sogar um drei. Wenn die Siegerin des Jugendbewerbs Lisa
Perterer schneller läuft, als der schnellste männliche Junior, so
müssten spätestens jetzt bei jedem die letzten Alarmglocken läuten.
Lisa kann sicher als das Nachwuchstalent des österreichischen
Triathlons gesehen werden. Sie ist ein Lichtblick für die kommenden
Jahre, auch wenn es schwierig wird in dieser konkurrenzlosen Situation
weiterhin konzentriert und hart zu trainieren und außerdem die für den
Ausdauersport so wichtigen Richtlinien eines ruhigen Aufbaus nicht aus
den Augen zu verlieren. Ihre Orientierung muss sie auf die Entwicklung
im Ausland richten. Um international auch in Zukunft bestehen zu
können, müssen Junioren um die 16:00 bis 16:30 Minuten auf den fünf
Kilometern laufen können. Der Sieger der Junioren Vinzent Hummel lief
18:35 min. Erfreulich aber die Entwicklung des ersten und zweiten der
Jugendklasse. Alois Knabl lief 16:57 min und Andreas Kopeinig 17:07
min. Wenn die beiden weiterhin vor allem im Schwimmen noch einen
Schritt nach vorne machen, könnten auch sie Österreich in Zukunft viel
Freude bereiten.
Die höheren Klassen
Erstmals wurde die Österreichische Staatsmeisterschaft in Wien als Europacup aufgewertet.
Unter der Skyline des „neuen Wien“ konnte man Triathlonsport vom
feinsten genießen und gleichzeitig die Leistung der Österreicher mit
der internationalen Spitze vergleichen.
Bei den Damen setzte sich Samantha Herridge (GBR) im 22°C warmen Wasser
vom Rest des 31 Damen starken Feldes ab und stieg nach 21:09 min aus
der Neuen Donau. Rund 45 Sekunden dahinter eine 18 köpfige
Verfolgergruppe, mit den beiden Österreicherinnen Tania Haiböck und
Lydia Waldmüller. Schon von Beginn an war klar, dass es die beiden sein
würden, die sich nach dem Fehlen von Kate Allen und Eva Dollinger den
Titel untereinander ausmachen würden. Geschlossen kam diese Gruppe, die
Herridge sehr schnell einholen hatte können, zum zweiten Wechsel. Es
gewann die stärkste Läuferin Rebecca Robisch (GER), vor der neuen
österreichischen Meisterin Haiböck und Kathrin Müller. Zweite der ÖM
und österreichische Meisterin der U23 Klasse wurde Lydia Waldmüller an
insgesamt elfter Stelle, vor der Langdistanzspezialistin Veronika
Hauke, die beim Europacuprennen 21. wurde.
Der Europameister kam doch nicht
Obwohl Frederic Belaubre auf der Starterliste stand, fehlte er beim
Start des Rennens um 16 Uhr. Dennoch war das Männerfeld sehr stark
besetzt und machte es für all die teilnehmenden Österreicher, die nicht
auf internationalem Niveau trainieren, sehr schwierig sich gut in Szene
zu setzen. 22 Herren bildeten nach dem Schwimmen die erste Radgruppe.
Nur Manuel Wutscher konnte das Tempo der stärksten Schwimmer mitgehen.
Etwa 45 Sekunden dahinter die nächste große 16 Mann große
Verfolgergruppe mit dem Titelverteidiger Paul Reitmayr, sowie Andreas
Giglmayr, Christian Fridrik und Dominik Berger. In der vierten Runde
schloss die Verfolgergruppe zur Spitzengruppe auf. Genau in dem Moment
in dem sich einer der jüngsten Starter im Feld, der 20 jährige Manuel
Wutscher gemeinsam mit Graham O´Grady (NZL) ein Herz nahm und ausriss.
Eine Minute konnten die beiden auf zehn Kilometern noch auf den Rest
des Feldes herausfahren. O´Grady nutzte dies am Ende um zweiter in der
Gesamtwertung zu werden. Nur Nils Frommhold (GER) konnte ihn
überlaufen. Dritter wurde Igor Sysoev (RUS). Der einzige Österreicher,
der mit der viertbesten Laufzeit das Tempo der internationalen Spitze
mitgehen konnte, wurde am Ende auch österreichischer Staatsmeister. Der
24 jährige Andreas Giglmayr belohnte sich damit zu ersten Mal mit
diesem Titel und wurde wie schon in Kitzbühel bester Österreicher bei
einem internationalen Rennen. In einem spannenden Finale kürte sich
Paul Reitmayr zum Vizemeister. Und was geschah mit unserem zweiten
Ausreißer? Manuel Wutscher stürmte als erster des Europacupfeldes aus
der Wechselzone. Diesen Platz an der Sonne konnte er zwar nicht lange
halten, aber aufgrund eines für ihn guten zehn Kilometer Laufs, wurde
er sensationeller Dritter der Gesamtwertung und gewann die U23 Wertung
mit über zwei Minuten Vorsprung überlegen.
Ergebnisse
Österreichische Meisterschaften Wien, Donauinsel, 13.09.2008
Jugend Damen (0,75 / 10 / 5 km)
1. Lisa Perterer (1991, HSV Triathlon Kärnten) – 46:31 min
2. Jutta Heriszt (1993, Tri Kagran) – 50:18 min
3. Tamara Schöpf (1991, SIG Eisenwurzen) - 51:39 min
Jugend Herren (0,75 / 10 / 5 km)
1. Alois Knabl (1992, Raika Tri Team Telfs) – 43:21 min
2. Andreas Kopeinig (1991, HSV Triathlon Kärnten) – 43:30 min
3. Erik Bildstein (1991, MP Team Dornbirn) – 44:56 min
Junioren Damen (0,75 / 20 / 5 km)
1. Romana Slavinec (1990, CML Fincon) – 1:04:26 h
2. Mathea Holaus (1989, Wave Tri Team Wörgl) – 1:04:32 h
3. Eva Wutti (1989, Triathlon Team Wolfsberg) – 1:06:08 h
Junioren Herren (0,75 / 20 / 5 km)
1. Vinzent Hummel (1990, Tri Kagran) – 58:41 min
2. Stefan Mauser (1990, 2XU Tri Team) – 58:58 min
3. Thomas Reichl (1989, Tri Kagran) – 1:00:21 h
U23 Damen (1,5 / 40 / 10 km) – nur 3 Starterinnen
1. Lydia Wladmüller (1986, Tri Kagran) – 2:00:45 h
2. Michaela Reichör (1986, SV Gallneukirchen) – 2:09:01 h
3. Martina Kraiser (1988, SK Tri Zirl) – 2:12:28 h
U 23 Herren (1,5 / 40 / 10 km)
1. Manuel Wutscher (1988, HSV TRI Kärnten) – 1:47:30 h
2. Lukas Hollaus (1986, TV Zell am See) – 1:49:32 h
3. Christoph Lorber (1986, HSV TRI Kärnten) – 1:50:39 h
Österreichische Staatsmeisterschaften Olympische Distanz Damen (1,5 / 40 /10 km)
1. Tania Haiböck (1974, Tri Team Zisser Enns) – 1:57:12 h
2. Lydia Wladmüller (1986, Tri Kagran) – 2:00:45 h
3. Veronika Hauke (Tri M Team) – 2:06:35 h
Österreichische Staatsmeisterschaften Olympische Distanz Herren (1,5 / 40 /10 km)
1. Andreas Giglmayr (1984, Tri Team Salzburg) – 1:45:03 h
2. Paul Reitmayr (1984, MP Team Dornbirn) – 1:47:13 h
3. Manuel Wutscher (1988, HSV TRI Kärnten) – 1:47:30 h
ÖM seit 2000
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Jahr
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Damen
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Herren
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2008
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Haiböck
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Giglmayr
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2007
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Hütthaler
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Reitmayr
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2006
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Prinz
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Perg
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2005
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Dollinger
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Höfer
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2004
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Haiböck
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Schoissengeier
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2003
|
Allen
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Perg
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2002
|
Haiböck
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Domnik
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2001
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Dollinger
|
Domnik
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2000
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Hämmerle
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Enzenhofer
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