Ist Dopen zu stoppen?
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“Austria is a too small country to make good doping!”, sagte niemand Geringerer, als der ÖSV Präsident Peter Schröcksnadel hinsichtlich der Turiner Dopingaffäre 2006. Die Jahre danach zeigten ein ganz anderes Bild und ließen österreichische Sportler, Ärzte und zuletzt auch Funktionäre und Politiker nicht aus den Schlagzeilen kommen. Obwohl alleempört nach Gesetzen schreien und keiner was damit zu tun haben will, glaubt jedoch fast niemand mehr daran, dass Spitzensport auch ohne illegale Mittel möglich ist.

Eine Analyse von Gerald Dygryn (Finisher, April 2010)
 

Doch genau hierin liegt die Wurzel des Übels. Je mehr sich dieser These verschreiben, umso mehr wird sie akzeptiert. Von den Sportkonsumenten, den Medien und natürlich auch den Sportlern und ihren Beratern. Doch ist dieses Argument schlüssig? Vor allem: ist es akzeptabel? Oder spiegelt es in Wahrheit nicht einfach die Resignation derer wieder, die es aufgrund ihres mangelnden Talents und ihres fehlenden Einsatzes oder aufgrund anderer Prioritäten nicht ganz nach oben geschafft hatten? Würde eine Freigabe von Doping oder dessen Unterstützung und Toleranz nicht einem rechtsstaatlichen und gesellschaftlichen Ruin gleichkommen?

Regeln – die Basis jeder Gesellschaft

Ja, eine derartige Einstellung würde die Aufgabe von Normen bedeuten, die sich eine Gesellschaft als Grundlage ihres Zusammenlebens auferlegt hat. Doch es ist nicht nur der Sport, der durch Doping oder korrupte Wettspielchen, unsere Grundfeste erschüttert. In vielen Bereichen der Gesellschaft, werden immer öfter Straftaten und die Missachtung eines gemeinsamen Grundkonsenses nicht nur toleriert, sondern auch noch belohnt. Spielt man das Spiel des Betrugs nicht mit, bleibt man als naiver Gutmensch auf der Strecke. Pädophilen Pfarrern und Erziehern, die von ihren höchsten Chefs geschützt werden, stehen Eltern gegenüber, die ihre Kinder noch immer mit diesen Geistlichen alleine lassen. Politiker, die sich durch Flüge, Geschenke und nicht zuletzt Homepages bestechen oder  von Zeitungen vor sich her treiben lassen, stehen Wählern gegenüber, die diesen immer wieder neue Macht geben, oder aus Frustration gar nach einer starken Hand – einem Führer brüllen. Große Unternehmen, die hinter einem coolen Deckmantel versteckt Gesetze brechen, um Kinderarbeit oder Ausbeutung zu unterstützen, stehen Kunden gegenüber, die nicht müde werden deren Waren zu kaufen. Oder aber Versicherungen, und da soll der Kreis zum Doping wieder geschlossen werden, die anstatt saubere junge Sportler zu unterstützen lieber mit jenen einen Sponsoringvertrag abschließen, die nachweislich über Jahre Tag für Tag betrogen und belogen haben, nur um damit eine höhere Medienpräsenz zu erzielen, stehen Menschen gegenüber, die nach einer zweiten Chance für Missetäter betteln, anstatt zu sehen, wie viele Chancen anderen damit verbaut werden.

Was zählt ist das Geld, doch wer trägt die Kosten?

Geld regiert die Welt, doch wer versucht mit Geldscheinen einen Turm zu bauen, wird schnell bemerken, dass schon ein kleiner Windstoß reicht, um das Geldhaus ineinander fallen zu lassen. Die Stürme werden in einer Zeit der Klimaveränderung immer stärker. Es ist höchst an der Zeit umzudenken. Für uns alle. Im Sport könnten strengere Gesetze und Verbände, die sich bewusst gegen Doping aussprechen zur Folge haben, dass der sportliche  Erfolg für diese Länder und in jenen Sportarten ein wenig nachlässt. Aber auf Dauer kann nur ein gesunder Weg zu Wachstum und nachhaltigem Erfolg führen.

ÖTRV – ein Vorbild?

Der ÖTRV hat sich in den letzten beiden Jahren auch aufgrund äußerer Zwänge immer mehr zu einem Musterverband im Antidopingkampf gemausert. Die Pflicht und die Aufgabe des ÖTRV besteht für den Generalsekretär Herwig Grabner darin, dass allen Athleten im Triathlonsport nach Möglichkeit Chancengleichheit zu bieten ist und dieser gesellschaftlich glaubwürdig akzeptiert wird.

Maßnahmen:
-    Anti Dopingbeauftragter seit 2004 Dr Fridrik
-    Seit 2005 jährliche Anti Dopingschulung aller Kaderathleten
-    1. Verband der auf das ADAMS Datensystem der WADA umgestellt hat, womit die Kaderathleten ihren Aufenthaltsort sieben Tage in der Woche für 24 Stunden verpflichtend bekanntzugeben haben.
-    Reiseapotheke mit unbedenklichen Medikamenten für die Kaderathleten.
-    Verkleinerung des Kaders, um auf mehr Trainingskontrollen pro Sportler zu kommen.
-    15 000 Euro werden an Veranstaltern für Wettkampfkontrollen zur Verfügung gestellt.
-    2009 gab es 188 Wettkampf und Trainingskontrollen, weil auf Drängen des ÖTRV Triathlon in den Pool mit den am meisten gefährdeten Sportarten aufgenommen wurde (zwischen 2004 und 2008 waren es insgesamt 250 Kontrollen, mit zwei positiven Befunden)

Der Fall Hütthaler

Nach ihrem überraschendem Rücktritt vom Rücktritt, wird Lisa Hütthaler 2010 mit einer slowakischen Lizenz an den Start gehen. Der ÖTRV hat engen Kontakt mit den Behörden, damit alle Regelungen für den Wiedereintritt eingehalten werden. Mit dieser Lizenz ist Hütthaler allerdings nur bei WTC - Rennen startberechtigt. Für die ITU jedoch ist die Staatsbürgerschaft  neben der nationalen Lizenz ausschlaggebend.