|
Es ist so weit! Eine Vorschau auf die olympischen Triathlons in Peking - Finisher August 08
|
|
Sollte es Aberglaube und Mythos im Sport geben, so ist es ein schönes Zeichen, dass Kate Allen beim olympischen Triathlon am 18. August mit der Startnummer 11 ins Rennen gehen wird! Zweimal die 1 bei Olympia wäre jedenfalls ein sensationelles Ergebnis für die Tirolerin.
Und irgendwie scheint der Triathlon abergläubisch zu sein, denn niemand wird in Peking die Nummer 13 tragen.
Eva Dollinger hat 12 und Tania Haiböck, der die „Ehre“ der 13
zugestanden wäre, ist mit Nummer 14 ausgestattet worden. Die Nummern
ergeben sich aus einem Lossystem, bei dem zuerst die Nationen gezogen
werden und dann entsprechend der Starterzahl dieser Nationen die
Nummern alphabetisch vergeben werden. Es folgt die Ziehung der nächsten Nation und so weiter.
Der Versuch
einer Vorschau
Es gibt kaum ein Rennen, das so schwierig vorherzusagen ist, wie das
olympische. Oft wird die Renntaktik während des Wettkampfs über den
Haufen geworfen, weil jeder gewinnen, oder zumindest aufs Podium kommen
will. Alle 55 Damen und Herren am Start haben die letzten vier Jahre
nur für diesen Tag gelebt. Emotionen liegen unter Beobachtung eines
Milliardenpublikums dann oftmals blank.
18. August 2008 – 4:00 MESZ –
Damenrennen
Hier gibt es eine große Favoritin. Emma Snowsill (AUS), dreifache
Weltmeisterin und Siegerin aller drei Weltcups bei denen sie 2008
antrat. Beflügelt von der Verlobung mit dem ehemaligen
Spitzentriathleten Craig Walton, wird der Sieg in jedem Fall über sie
führen. Dauerkonkurrentin Vanessa Fernandes (POR) – Weltmeisterin 2007
und Dominatorin des Weltcups 2007 – erlebt seit dem Weltcup in Madrid
im Mai dieses Jahres ihr erstes sportliches Tief. Man darf gespannt
sein, ob sie sich bis zu den Spielen davon erholt hat. Bei dem
schwierigen Radkurs in Peking sind gute Radfahrerinnen gefragt, weshalb
die Weltmeisterin Helen Tucker (GBR), genauso wie Nicola Spirig (SUI)
und Samantha Warriner (NZL) zum erweiterten Favoritenkreis gehören.
Typische Top Ten Kandidatinnen sind Laura Bennett (AUS), Erin Densham
(AUS), Di Marco Messmer (SUI), Andrea Hewitt (NZL) und Anja Dittmer
(GER).
19. August 2008 – 4:00 MESZ – Herrenrennen
Noch dichter als bei den Damen, ist das Feld bei den Herren der
Schöpfung. Die Hälfte des Starterfeldes hat das Potential für einen
Platz unter den ersten Zehn. Und neben dem Dominator des Weltcups und
Weltmeister Javier Gomez (ESP), gehören der Weltmeister von Hamburg
Daniel Unger (GER), der sich in Ruhe ein Jahr auf die Spiele
vorbereiten konnte und 2008 beim Weltcup in Hamburg wieder gewann,
genauso zu den Favoriten wie Rasmus Henning (DAN), Bevan Docherty
(NZL), Brad Kahlefeldt (AUS), Frederic Belaubre (FRA) oder Kris Gemmel
(NZL). Sehr weit vorne werden vermutlich auch die Schweizer Olivier
Marceau (bei seinen dritten olympischen Spielen wieder unter den Top
8?) und Sven Riederer, sowie Tim Don (GBR), Jan Frodeno (GER), Ivan
Rana (ESP) und William Clarke (GBR) zu finden sein.
Die Österreicher
Die Verletzung Kate Allens hat zwar wesentlich ihre Vorbereitung
beeinflusst, aber dadurch ist die neuerliche Chance da, dass sie ihre
Gegnerinnen unterschätzen. Sie hat das Potential auf eine Medaille,
wenn das Rennen nach ihrem Geschmack verläuft. Und wer einmal Gold um
den Hals hatte, der hat einen unbändigen Hunger nach mehr. Für Eva
Dollinger ist bei ihren zweiten olympischen Triathlon ein Platz
zwischen zehn und 20 realistisch und Tania Haiböck ist am Rad und beim
Laufen ähnlich einzuschätzen wie Dollinger. Wenn nur das Schwimmen
nicht wäre. Man wird sehen, wie Haiböck, im Banne ihrer ersten
olympischen Spiele, dort ihre Leistung wird bringen können.
Simon Agoston kann bei einem guten Wettkampf mit der Spitze
mitschwimmen. Ihm könnte allerdings die Radstrecke zu schwierig sein,
so dass ein Platz unter den ersten 20 als absoluter Erfolg zu bewerten
wäre!
Mein Tipp: 1) Snowsill 2) Allen 3) Tucker
1) Belaubre 2) Henning 3) Docherty
|
|