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Ohne Breite keine Spitze und ohne Nachwuchs keine Elite. Diese Binsenweisheit des Spitzensports gilt auch für den Triathlon. Nach Jahren der Stagnation tut sich langsam wieder was in der Nachwuchsarbeit unseres Sports. Was bedeutet gute Nachwuchsarbeit und was benötigt diese? Wir haben uns in Österreich und in Deutschland umgehört und haben unisono die Antwort bekommen, dass der Spaß für die Kinder und Jugendlichen an erster Stelle stehen muss. Na klar haben wir uns gedacht. Aber ist das alles? Eine Analyse von Gerald Dygryn (Finisher 02/2011)
Reicht schon ein wenig Spaß um gute Erfolgezu erzielen? Natürlich nicht, wobei es wie immer im Leben von der Zielsetzung abhängt. Will man neben gesunden und sportorientierten Kindern auch welche dabei haben, die Leistungsträger im Triathlon werden, bedarf es schon einer tiefer greifenden Analyse. Das liebe Geld
Ohne Geld ka Musi und auch keine gut funktionierende Nachwuchsarbeit. Das meiste Geld ist dabei für qualifizierte Trainer in die Hand zu nehmen. Für Tania Haiböck, Olympiastarterin 2008 und nun Landessportkoordinatorin des Landes Oberösterreichs sind gut ausgebildete Trainer, die Einheit für Einheit mit den Jugendlichen arbeiten der Schlüssel zum Erfolg. Auch der Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Triathlonverband Peter Mayerlen meint, dass Nachwuchsarbeit sehr arbeitsintensiv und letztlich nur mehr über qualifiziertes und hauptamtliches Personal möglich sei, welches aber wiederum Geld koste. Dieses nimmt man in Deutschland auch in die Hand, liegt doch allein in Baden Württemberg das Budget für den Nachwuchs in einem „oberen fünfstelligen Bereich“. In Österreich stehen fünfstellige Beträge in Summe maximal den Landesleistungszentren in Kärnten und Tirol zur Verfügung. Alle anderen Bundesländer müssen mit weitaus weniger auskommen, oder stellen bis dato gar kein Geld zur Verfügung. Auch das Finden von qualifiziertem Personal stellt sich als sehr schwieriges Unterfangen heraus. Obwohl die Trainerausbildung in Österreich (siehe Kasten) in den letzten fünf Jahren immer mehr geschulte Kräfte hervorgebracht hat, stehen diese den Vereinen kaum zur Verfügung. Gründe dafür dürften auf der einen Seite darin liegen, dass die meisten die Trainerausbildung für eigene Trainerberatungsfirmen beziehungsweise für die eigene sportliche Entwicklung absolvieren, auf der anderen Seite aber auch in der schlechten gesellschaftlichen Situation hinsichtlich Bezahlung und Stellung des Trainers als Beruf zu suchen sein. Wenn es Landesverbandtrainer gibt, dann sind diese meist ehrenamtlich oder auf Werkvertragsbasis tätig. Hauptamtlich angestellte Triathlontrainer sind in Österreich nicht existent.
Es hängt oft an den Vereinen
Obwohl es in vielen Bundesländern Nachwuchsrennen und –serien gibt, stehen viele vor dem Problem, den ambitionierten Kindern, die dort gesichtet werden, eine adäquate Ausbildung anbieten zu können. In Wien (Tri Kagran) und im Großteil unseres Landes liegt der Großteil der Nachwuchsarbeit in der Hand eines Vereins, der im Wesentlichen davon abhängig ist, ob Eltern, deren Kinder gerade den Sport erlernen, sich über das durchschnittliche Maß hinaus engagieren. Landestrainingszentren waren bis jetzt Mangelware, werden aber in letzter Zeit vermehrt ausgebaut. So sind neben schon lange arbeitenden Zellen wie dem LZ Tirol (Trainer: David Jenewein) oder Kärnten (Mario Kapler) – nicht umsonst, kommt der Großteil der Nachwuchsmeister Österreichs aus diesen Bundesländern – auch welche in Salzburg und Vorarlberg am Entstehen oder größer werden. Im westlichsten unserer Bundesländer wird dieses Zentrum allerdings von einem Verein (MP Dornbirn) geführt. Die Landestrainer Thomas Bader und Markus Hämmerle organisieren darüber hinaus noch ein bis zwei Kadertrainings pro Monat. In Niederösterreich wird der Versuch unternommen ab Herbst drei Nachwuchszentren für Schüler von der fünften bis zur zwölften Schulstufe in Zusammenarbeit mit einem zu installierenden Nachwuchstrainer und den angeschlossenen Schulen zu installieren. Als größter Schritt in Richtung zukünftige Erfolge, ist das ab dem letzten Herbst vom ÖTRV finanzierte Bundesleistungszentrum Südstadt zu sehen. Ein halbfinanzierter Trainer und der Sportdirektor als Schwimmtrainer stehen dabei den im Halb- oder Vollinternat befindlichen Sportlern täglich zur Verfügung (siehe Kasten). Dieses Zentrum ist aufgrund seiner Möglichkeiten und der Verbindung zur Schule sicher einzigartig für den Sommersport in Österreich und wird hoffentlich einige erfolgreiche Sportler in den nächsten Jahren hervorbringen.
Ideen und Projekte
Viele Bundesländer orientieren sich hinsichtlich ihrer Projekte auf vermehrte Information hinsichtlich der Sportart an den Schulen und Kooperationen mit ihnen. In der Steiermark gibt es eine Zusammenarbeit mit den JUFA Gästehäusern, die als Trainingsstätten für Trainingslager zur Verfügung stehen!. Weiters wird es wichtig sein Triathlon auch bei den Behörden als Sportart noch bekannter zu machen. Oftmals gibt es nur für Schwimmvereine Schwimmbahnen und alleine dadurch wird der Nachwuchsarbeit eine wichtige Ressource genommen. Rahmenpläne, an welche sich Vereine oder Landesverbände halten können, stehen oftmals nur unvollständig zur Verfügung. Der Sinn dieser Rahmenpläne ergebe sich aber nur dann, wenn ideale Möglichkeiten, vor allem das Schwimmen betreffend zur Verfügung stünden.
GEMEINSAMES Training
Die Nachwuchsgruppe, die im Moment dem ÖTRV zur Verfügung steht ist aufgrund hervorragender Arbeit einzelner Zellen entstanden und scheint Potential in sich zu tragen. Die Tatsache, dass der ÖTRV und das TEAM ROT WEISS ROT in diesem Jahr schon drei Nachwuchslehrgänge förderte, scheint dies zu unterstreichen. Ein gemeinsames Training des gesamten Nachwuchskaders innerhalb eines dreiwöchigen Trainingslagers auf Fuerteventura mit 4 Betreuern und einer sportwissenschaftlichen Assistentin vor Ort, kann als bisher einzigartig in der Geschichte des ÖTRV bezeichnet werden und zeigt wie wichtig allen beteiligten Personen die Nachwuchsarbeit zu sein scheint. Wichtig wird sein, dass die österreichtypischen Kleinkriege zwischen den unterschiedlichen Gruppen und Zentren endlich ein Ende haben und alle lernen, dass nur ein gemeinsamer Weg zum Erfolg führt und ein gegeneinander innerhalb des Landes zu Energieverlusten führt, welche letztlich nur die Gegner stärken. Wenn wir uns in Zukunft an rot-weiß-roten Erfolgen erfreuen wollen, dann sollten alle an einem Strang ziehen und den nun eingeschlagenen Weg gemeinsam bestreiten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
FACTS Der Weg zum Triathlontrainer
1) Übungsleiter: verantwortlich sind dafür die Bundesländer, wobei von manchen regelmäßig Übungsleiterausbildungen angeboten werden und andere noch nie eine ausgeführt haben. In Zusammenarbeit mit der KPH Wien/Krems wird ab Herbst im Osten Österreichs wieder eine durchgeführt (Info:
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) Darüber hinausgehend sind die Sportakademien des Landes in Wien, Graz, Innsbruck und Linz für die Trainerausbildung verantwortlich. Innerhalb des ÖTRV gibt es für die Aus- und Fortbildung ein Modul, dessen Leiter Oliver Bachmann von der Sportakademie Innsbruck ist. Im Moment findet gerade eine Umstrukturierung in Richtung Lizenzwesen statt, bei der neben der Ausbildung vor allem die tatsächliche Arbeit als Trainer hinsichtlich des Erreichens einer Trainerlizenz berücksichtigt werden soll.
2) Instruktor (Dauer: 1 Semester in Blöcken), Eignungstests im Schwimmen und Laufen, sowie der Nachweis der Absolvierung zumindest eines Sprint-Triathlons sind erforderlich. Zielgruppe: Nachwuchs und Vorstufe Trainer auf der Olympischen Distanz
3) Allgemeine Trainerausbildung (Dauer 2 Semester), sportartunabhängig
4) Spezialtrainer Triathlon (Dauer 1 Semester) – Ausbildung zum Staatlich geprüften Triathlontrainer, Zielgruppe: Hochleistungssport
Infos: www.bspa.at und
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ÖTRV Struktur Nachwuchs
Entscheidungsgewalt (Kader, Entsendungen,....): ÖTRV Präsidium Nominierungen: Modul Nachwuchs / U 23 / Elite Mitglieder des Moduls: Sportdirektor Michlmayr (Leitung), Sportdirektor Stv. Halmer, Generalsekretär Grabner, Bundesstützpunkttrainer Dygryn, Bader (V), Kapler (K), Kriegelsteiner (T)
Kaderstruktur: ÖTRV – Nationalteam Nachwuchs Hambrusch Alina (K), Moser Theresa (T), Bader Martin (V), Kavalirek Michael (K), Knabl Alois (T)
ÖTRV A – Kader Nachwuchs Heriszt Jutta (W), Unger Eva Maria (W), Grillitsch Christian (St), Klingler Florian (T), Nemeth Peter (OÖ), Sperl Marc (W)
ÖTRV – Sichtungskader Nachwuchs Hauser Julia (W), Knabl Eva (T), Nott Lisa Marie (T), Totschnig Lisa (T) Demuth Martin (NÖ), Schagala Patrick (W)
Kriterien für das ÖTRV Nationalteam Nachwuchs: -) Top 15 wbl/20 ml WM Junioren -) To 10 wbl/15 ml EM Junioren -) Top 5 wbl/ 10 ml Junioren EC Brünn, Wien oder Tabor Info Sportprogramm: www.triathlon-austria.at/de/menu_main/downloadcenter/docfolder-oetrv-verbandsordnung
ÖTRV Nachwuchscup: Acht Bewerbe zwischen Mai und August mit Einzelwertung und Geldpreisen für die Nachwuchsarbeit der besten Mannschaften Nachwuchsserien in Tirol (ASVÖ Triathlon Zug powered bei Raiffeisen), Kärnten (Gigasport Nachwuchscup), Öberösterreich + Niederösterreich + Burgenland (Power Kids Cup) und Wien (Wien Energie Kids Cup)
ÖTRV Bundesleistungszentrum Südstadt Ausbildungsleiter: Robert Michlmayr Stützpunkttrainer: Mag. Gerald Dygryn
Zielsetzung: Zusammenführung von Schule (BORG oder HAS ab der 9. Schulstufe) und Leistungssport mit dem Ziel internationaler Leistungsklasse zu erreichen und gleichzeitig einen Schulabschluss zu besitzen.
Aktuelle Sportler: Schüler: Julia Hauser (94), Jutta Heriszt (93), Peter Nemeth (93), Marc Sperl (94) Grundwehrdiener: Lukas Gaggl (K), Patrick Koch (T)
In enger Zusammenarbeit mit der Schule, dem Internat, einem Sportpsychologen und den Ärzten und Sportwissenschaftern des IMSB (für Triathlon sind Mag Barbara Wolfschluckner und Alexander Ivanov zuständig) werden den Sportlern in etwa 8 betreute Einheiten pro Woche angeboten. Die Schule stellt zwar hohe Erwartungen an die Sportler, geht aber sehr stark auf die Bedürfnisse der Verbände (Frühtraining, Trainingslager, Wettkämpfe, kein Nachmittagsunterricht,...) ein. In der Südstadt stehen neben einer 50m Schwimmbahn, unter anderem eine Laufbahn, ein Ergometerraum, mehrere Krafträume und Hallen, sowie sämtliche Regenerationsmaßnahmen inklusiver einer wöchentlichen Massage zur Verfügung. Die Kosten belaufen sich im Halbinternat auf 318 Euro bzw im Vollinternat auf 435 Euro / Monat.
Info: www.oelsz.at oder
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Nachwuchsarbeit in Deutschland am Beispiel des Baden-Württembergischen Triathlonverband
Etat des Landesverbandes für den Nachwuchs: oberer fünfstelliger Bereich
Leistungszentrum: Freiburg Trainer: Lubos Bilek Sportler (Auswahl): Daniel Unger, Kathrin Müller, Svenja Bazlen, Lea Pröll (94), Tobias Denzinger (93), Veit Hönle (92),... Im Stützpunkt wird fast alles gemeinsam trainiert. Außerdem gibt es vier große Trainingslehrgänge in den Ferien jeweils und regelmäßige Wochenendlehrgänge des Landeskaders
Landeskaderstruktur: Jugend B, Jugend A und Junioren, U 23
Landestrainer: Lubos Bilek und Johannes Gesell (verantwortlich für Kadertraining, Talentesichtung, Traineraus- und –fortbildung)
Nachwuchsrennserie: LBS Cup Triathlon Nachwuchs bestehend aus sieben Wettkämpfen (Aquathlon und Triathlon) mit jeweils 180 bis 280 Startern
Vereine mit aktiver Nachwuchsarbeit: 20 (11% aller Vereine des BaWü-Triaverbands)
Projekte: 2011 wird es erstmals im Land ein Schullandesfinale Triathlon geben, dessen Sieger sich für das Bundesfinale in Berlin qualifizieren. Außerdem soll der Landesstützpunkt zum Bundesnachwuchsstützpunkt umgebaut werden.
Angaben: Peter Mayerlen, Geschäftsführer Baden-Württembergischer Triathlonverband
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